Die dänische Sprache - Velkommen!

Rote Grütze mit Sahne. Ist lecker. Ist ein traditioneller nordischer Nachtisch. Und ist wohl eine der Floskeln, die Dänisch-Lerner am meisten verfluchen. „Rød grød med fløde“ heißt das Dessert auf Dänisch.  Denn mal ganz abgesehen davon, dass es ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, dass das „ö“ ohne Pünktchen, dafür aber mit Strich geschrieben wird, enthält dieser Satz gleich drei geschwächte Frikative, also drei „d“-Laute. Und die werden im Dänischen noch weicher ausgesprochen als das englische „th“. Schon sind wir mittendrin im dänischen Aussprache-Dschungel. Denn während geschriebene Texte für Deutsche relativ leicht verständlich sind, viele Wörter aus dem Niederdeutschen oder Englischen entlehnt sind, würde man dieselben Wörter in gesprochener Form niemals wiedererkennen.

 

Kurz: Wer ein dänisches Wort liest, hat keine Ahnung, wie man es aussprechen muss. Zum Glück sind die Dänen ein sehr aufgeschlossenes und überaus freundliches Volk – und versuchen auch hinter der furchtbarsten Aussprache noch den eigentlichen Sinn zu erkennen. Aber aus den Kommentaren der skandinavischen Nachbarn („Die Dänen sprechen als hätten sie eine heiße Kartoffel im Mund“) wissen sie wohl, wie schwierig ihre Lautstruktur für Ausländer ist. Denn die Abneigung, die Schweden und Norweger gemeinhin gegen Dänen hegen, liegt nicht nur im alten Hass gegenüber den ehemaligen Herrschern begründet (Dänemark herrschte lange über Norwegen und Island und eine gewisse Zeit auch über Schweden), sondern die beiden nördlichen Nachbarn ärgern sich wirklich darüber, wie undeutlich sich die Dänen ausdrücken. Dabei können die doch gar nichts dafür.

 

Anfangs hat sich die dänische Sprache genauso entwickelt wie die schwedische und norwegische: Alle drei beruhen auf der Wikingersprache Altnordisch, haben diese aber im Laufe der Jahrhunderte grundlegend verändert. Die Grammatik wurde vereinfacht, Substantive nicht mehr dekliniert, Verben nicht mehr konjugiert. Der Wortschatz wurde mit Lehnwörtern aus dem Niederdeutschen aufgefüllt. Die Lautstruktur verschob sich.  Doch vor allem die letzte Entwicklung war im Dänischen noch viel gravierender als im Schwedischen und Norwegischen. Ein Beispiel gefällig? Das Wort Straße etwa heißt auf Schwedisch „gata“, auf Norwegisch „gate“ und auf Dänisch „gade“. Harte Konsonanten wie „p, t, k“ verwandelten sich im Dänischen zunächst in ihre weichen Pendants „b, d, g“. Und damit nicht genug: Denn wie wir ja bereits aus unserem Rote-Grütze-Beispiel wissen, wird ein „d“ schon lange nicht mehr wie ein solches ausgesprochen, sondern wie eine noch weichere Variante dessen.

 

Doch nicht nur im Bereich der Konsonanten gab es große lautliche Veränderungen, auch Vokale, Diphtonge und Betonung sind im Dänischen – sagen wir mal – speziell. Und glauben Sie jetzt nicht, dass wir hier über Entwicklungen sprechen, die mal irgendwann im Mittelalter stattgefunden haben. Vor allem nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich im Dänischen nochmal einiges verändert. Und zwar so viel, dass die Großeltern-Generation eine andere Sprache spricht, als die Jugend. Und das liegt nicht nur an einem hippen Jugendslang, wie wir in auch im Deutschen kennen, sondern eben an diesen „Verweichlichungen“.

 

Neben dem Alter prägen aber natürlich auch regional sehr unterschiedliche Dialekte und die soziale Herkunft die Art der Aussprache. 5,3 Millionen Menschen weltweit sprechen heute noch Dänisch. Die meisten von Ihnen leben in Dänemark. Weitere Muttersprachler verteilen sich vor allem auf die zu Dänemark gehörigen Färöer-Insel und Grönland sowie die anderen skandinavischen Länder. Auch in Norddeutschland leben einige Dänisch-Sprecher. Und die Sprache dieser Menschen befindet sich weiterhin im Wandel.

 

Vielleicht brauchen Sie also ein wenig Sprachunterricht, bevor Sie im nächsten Dänemark-Urlaub Rote Grütze mit Sahne bestellen können.

 

Mini-Sprachführer Dänisch

Deutsch

Dänisch

Hallo

Hej

Guten Morgen

God morgen

Auf Wiedersehen

Farvel

Tschüß

Hej hej

Danke

Tak

Vielen Dank

Mange tak

ich

jeg

du

du

er

han

sie

hun

wir

vi

ihr

i

sie

de

Wie geht es dir?

Hvordan går det med dig?

Mir geht es gut.

Jag har det godt. / Det går godt.

Wie heißt du?

Hvad hedder du?

Ich heiße…

Jeg hedder...

Woher kommst du?

Hvor kommer du fra?

Ich komme aus...

Jeg kommer fra...

Ich spreche nur ein bisschen Dänisch.

Jeg taler kun lidt dansk

eins

en / et

zwei

to

drei

tre

vier

fire

fünf

fem

 

 

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